Am Sonntag, den 13. September 2026, war wieder der Tag des offenen Denkmals in Sachsen-Anhalt. Wir waren in diesem Jahr nicht für eine Schicht in der Pollebener St. Stephanus-Kirche eingeteilt. Deshalb nutzten wir den Tag, um andere Denkmäler in der Region zu besuchen.
Teil 1 – St. Andreas in Heiligenthal
Der erste Stopp führte uns in die Kirche St. Andreas nach Heiligenthal. Die Kirche steht in einer kleinen Nebenstraße und ist erst zu erkennen, wenn man sich ihr bis auf wenige Meter genähert hat. Äußerlich fand ich die Kirche schick, aber nicht außergewöhnlich. Im Inneren hat mich dann doch so manches Detail überrascht.
So besitzt die Kirche einen eindrucksvollen und schönen Alter. Die Wänder der Emporen sind schön verzieht. Insgesamt gibt es 3 Ebenen, auf denen man als Gast Platz nehmen könnte. Jedoch waren die obersten Ränge wegen Unfallgefahr gesperrt. da war nicht weiter schlimm. ds Highlight wartete schon auf der 2. Ebene, also der ersten Etage. Hier konnte man die Orgel der Kirche hautnah bestaunen.
Teil 2 – Das Mausoleum in Heiligenthal
Das Mausoleum der Familie Schoenfeld befindet sich gleich hinter der Kirche St. Andreas, in angrenzendem parkähnlichen Gelände. Für usnere Region ist ein gebäude dieser Arte recht außergewöhnlich. Umso größer war die Freude auf den Blick ins Innere dieses imposanten Gemäuers. Ein ekleine Treppe führte in den leicht erhöhten Hauptbereich, der allerdings nicht betreten werden durfte. Für die Sperrung verantwortlich wardas gläserene Kuppeldach, dessen Glasteile nicht mehr vollständig vorhanden waren und nun drohten die verbleibenen Scherben herunterzufallen. Trotz dieser Einschränkung hatte man einen sehr guten Blick auf das verlegte Mosaik, das so auch in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin anzutreffen sei.
Unter dem Hauptraum befand sich die eigentliche Gruft, deren Zutritt über ein kunstvoll verziehrtes Gitter unterbrunden wurde. Aber der Blick auf die drei dort stehenden Sarkopharge war nicht eingeschränkt.
Neben dem Mausoleum war eine kleine Weide im Gelände angelegt, auf der Karakulschafe weideten.
Teil 3 – Das Rittergut Friedeburg
Weiter ging es zum Rittergut Friedeburg, das sich in besitz der Familie Jangel befindet.
Das Wohnhaus, das zu DDR-Zeiten eine Schule war, verlor in den 90er Jahren das Dach und das obere Stockwerk im Mittelbau. Mittlerweile ist das erhaltene untere Stockwerk eine Event Location, die sich sehen lassen kann. Massive runde Tische im rustikalen Stil bieten Platz für geschätze 100 Personen. Zum Tag des Offenen Denkmals wurden verschiedene Dekorationsstile vorgestellt. In einem separaten Raum wurde eine kleine Küchenecke mit Bar eingebaut – wirklich schön hergerichtet. An den anderen Tischen ließ es sich bei Kaffee und Kuchen vom Kuchenbasar gut aushalten.
Teil 4 – Der Eiskeller in Friedeburg
Nur ca. 10 Gehminuten vom Rittergut entfernt findet man den Eiskeller. Hier war besonders viel los. Auf einer Fläche, die an einen privaten Garten erinnerte, fanden sich verschiedene Verkaufsstände und eine Gulaschkanone.
Der Eingang zum Eiskeller war nicht schwer zu finden: Durch eine doppelflügige Holztür ging es eine steile Treppe hinunter in die erste Etage unter Tage. Dort angekommen wurde man von einem prächtig hergerichteten Tisch empfangen. Daneben war ein zweiter Raum. Hier befand sich eine Ausstellung mit Bildern aus vergangenen tagen und Dokumenten, die die Geschichte des Kellers belegen. Eine weitere Treppe führte in den eigentlichen Eiskeller. Dieser besteht aus mehreren Räumen, die miteinander verbunden sind. Relativ dunkel und einige Meter hoch wirken die Räume mit ihren Böden, Mauern und Decken aus roten Ziegelsteinen wie Katakomben. Die Dekoration einiger Räume ließ darauf schließen, dass dort unten zu Halloween mit Spuk zu rechnen ist.
Teil 5 – Die Heimatstube in Polleben
Die Heimatstube lag auf dem Weg zu unserem letzten Ziel. Sie sollte nur ein kurzer Zwischenstopp für die Übergabe einer Spende sein. Aber wenn man schon mal dort ist und im Raum mit den Gegenständen vergangener Tage aus dem Themenbereich „Schule“ steht, dann vergeht die Zeit wie im Flug und das Längerbleiben hat sich wieder gelohnt. Das Herz hüpft beim Anblick alter Erinnerungsstücke doch etwas höher. Bei diesem Besuch gab es noch ein Highlight: Der Blick in den Turm der alten St. Stephanus-Kirche. Hier befindet sich im Erdgeschoss eine kleine Ausstellung. Der Turm selbst kann nicht bestiegen werden.
Teil 6 – Die alte Schmiede in Polleben
Gegen 15 Uhr haben wir dann die letzte Station unserer Tour erreicht. In der alten Schmiede, die zuletzt vom Schmiedemeister Schubert geführt wurde, gab es wieder einen ganz besonderen Einblick in die handwerklichen Fähigkeiten echter Könner ihres Fachs. In der Esse loderte das Schmiedefeuer und ein Hufschmied führte vor, wie aus Feuer, Eisen und Geschick ein Kunstwerk aus Eisen entstand. In der Schmeide sind noch die meisten der originalen Maschinen vorhanden. Das macht den Ausflug dorthin auch für Interessierte alter Schlosserkunst lohenswert.
Wem es gelang, sich für eine Weile dem Bann des Schmiedehandwerks zu entziehen, der konnte auf dem Hof der Schmiede seinen Hunger und Durst mit Kuchen, Fettbemme und Kaffee stillen. Liebevoll zubereitet von den Mitgliedern der ortsansässigen Landfrauen. Als Souvenir kannte anschließend ein Kranz aus Stroh und Blumen erworben werden, der ebenfalls von den Landfrauen vor Ort gebunden wurde.
So ging ein wunderschöner Tagesausflug seinem Ende engegen und wir freuen uns auf den nächsten Tag des Offenen Denkmasl in 2027.
































































